Mit dem "intelligenten Stromzähler" zum "Energiemanager"
Es ist ein Thema, das die Massen bewegt, die Gemüter erhitzt und zu kontroversen Diskussionen anregt: der Stromverbrauch. Vergangenen Samstag, 28. März 2009, hat weltweit eine halbe Milliarde Menschen ein symbolträchtiges Zeichen gesetzt und bewiesen, das sie einen Beitrag für unser Klima leisten will und ihren Alltag klimafreundlich gestalten möchte. Das Bedürfnis, der Umwelt Sorge zu tragen, gepaart mit der Furcht vor ständig steigenden Energiepreisen lässt viele deutsche Konsumenten zum Schluss kommen, den eigenen Stromverbrauch drastisch reduzieren zu müssen. Bedingt durch die häufigen Strompreiserhöhungen beäugen viele Verbraucher die Politik der großen Stromanbieter skeptisch.
„Was kostet eine kWh?“, „wie kann ich Strom sparen?“, sind häufig gestellte Fragen deutscher Verbraucher. Im Internet finden sich die richtigen Antworten.
Was eine kWh kostet, hängt natürlich vom Anbieter ab. Die Tarife der einzelnen Versorger sind ganz unterschiedlich, varieren teilweise stark. Einem Stromkunden ist geraten, auch den Unterschieden zwischen Tag- und Nachtstrom besondere Beachtung zu schenken: Zum Zwecke einer gleichmäßigen Auslastung ihrer Kraftwerke haben Energieversorger Tag- und Nachtstrom eingeführt. Der Nachtstrom ist dabei deutlich günstiger, da er nur zur Nebenzeit, in der Regel zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens, angeboten wird.
Der niedrige Preis lässt sich durch die kleine Stromnachfrage während diesem Zeitraum erklären, während dem Tag zieht die Nachfrage wieder deutlich an. Zwei verschiedene Zähler, die den nächtlichen Verbrauch und jenen tagsüber registrieren, sind dabei Voraussetzung. Nur so kann der potentielle Strompreis ermittelt werden und festgestellt werden, was eine kWh kostet. Gerade Gewerbetreibende, die oftmals einen hohen Energieverbrauch, bedingt durch Schichtarbeiten, während der Nacht haben, können von den nächtlichen Sondertarifen profitieren.
Seit Oktober 2008 bietet die EnBW Energie Baden-Württemberg AG als erster Energieversorger in Deutschland sogenannte „intelligente Stromzähler“ in Serie an. Der Stromanbieter gefällt sich in der Rolle des Vorreiters und Pioniers, wie Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis stolz erklärte. „Damit geben wir in Deutschland den Startschuss für eine neue Ära, in der die Verbraucher ihren Energiehaushalt selbst analysieren und steuern können“, zitierte ihn das Portal „energiedienstleistung.de“. Mit dem „EnBW Intelligenten Stromzähler®“ avanciert der Stromkunde zum „Energiemanager“: der eigene Verbrauch kann gesteuert, die Kosten der verbrauchten KwH jederzeit berechnet werden – unerwartet hohe, teilweise horrende, Stromrechnungen gehören somit der Vergangenheit an. „Das System ermöglicht es Verbrauchern sofort zu kontrollieren, wie sich der tägliche oder monatliche Verbrauch entwickelt und wie er im Vergleich zu einem Durchschnittshaushalt ausfällt“, lobt auch Neelke Wagner, Redakteurin beim Online-Stromverbraucherportal Stromtip.de, das Angebot des „Intelligenten Stromzähler“.
Möglich macht die neugewonnene Transparenz eine Verbindung zwischen Zähler, PC und Internet: Der Zähler sendet seine Daten in Echtzeit an den DSL-Router des Kunden. Kunden können über eine geschützte Internetverbindungen ihre in digitale Signale umgewandelten Verbrauchswerte zeitnah einsehen und finden auf die Frage „Was kostet eine kWh?“ eine sofortige Antwort. Der Verbrauch kann somit gezielt in die günstigen Abendstunden verlegt werden und durch die gestiegende Transparenz bewusst reduziert werden. Neben dem persönlichen Kostenmanagement ermöglicht es das System, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die EnBW blickt höchst optimistisch in die Zukunft, rechnet sie in den nächsten drei Jahren mit mindestens 45.000 Privatkunden, die vom Angebot des „intelligenten Stromzählers“ Gebrauch machen und somit ihre kWh-Kosten deutlich zurückschrauben werden.